Laut aktuellen Daten der Europäischen Umweltagentur (EEA) leiden 20 % der Bürger unter starken Lärm. In der Schweiz fühlen sich zwei Drittel der Bevölkerung durch Lärm gestört. Was Lärm ist und wie dieser Mensch und Tier zu schaffen macht, schildert der nachfolgende Artikel.
Lärm: Stressfaktor Nummer eins
Gemäss der benannten Studie der Europäischen Umweltagentur ist Lärm das Hauptproblem im menschlichen Alltag. Beispielsweise leiden europaweit schätzungsweise 113 Millionen Menschen an Strassenverkehrslärm. Es ist eine Fehlannahme, zu glauben, dass davon ausschließlich Grosstädter betroffen sind.
Auch auf dem Land ist die durch den Verkehr verursachte Geräuschkulisse beträchtlich. An dieser Stelle sind exemplarisch Bundesstraßen, Motorräder, Schienennetze und Flugzeuge zu erwähnen. Der Geräuschpegel ist teilweise so laut, dass sich die Anwohner wünschen, ihre Ohren wie Hörgeräte abschalten zu können. Aus Gründen der immer lauter werdenden Umwelt, benötigen ebenfalls immer mehr Menschen qualitativ hochwertige Hörgerate.
Lärm: Was ist das überhaupt?
Lärm. Jeder spricht davon und trotzdem versteht jeder Mensch etwas anderes unter diesem Begriff. Für den einen ist die Blockflöte spielende Nachbarin ein Graus, während ein anderer wohlwollend der Melodie lauscht. Feierwütige gehen sogar in Diskotheken und lassen sich freiwillig mit ohrenbetäubender Musik beschallen. Was also ist Lärm überhaupt?
Vereinfacht dargestellt ist Lärm Schall, der dazu geeignet ist, Dritte zu belästigen, erheblich zu benachteiligen oder zu stören. Schall entsteht prinzipiell durch Schwingungen, die von einer Schallquelle verursacht worden. Diese Schwingungen bewirken Luftdruckschwankungen, welche vom Ohr wahrgenommen werden.
Welche Schäden ruft dauerhafter Lärm beim Menschen hervor?
Schall und somit auch Lärm sind überall. Schall ist unabdingbar für die menschliche Kommunikation und somit für die soziale Interaktion. Während aufgrund der geschilderten Tatsache der Ausdruck Schall positiv besetzt ist, wird Lärm als negativ empfunden. Das hat vor allem damit zu tun, dass zu viel Lärm zu zahlreichen gesundheitlichen Einschränkungen führen kann.
Schädigung des Innenohrs
Überaus hohe Schallspitzen beeinträchtigen das Hörvermögen teils beträchtlich. Die Folgen können von Schwerhörigkeit bis zu dauerhaften Ohrgeräuschen reichen. Im Fachjargon nennt man diese Krankheit Tinnitus. Massive Schallpegel sind kein Phänomen aus der Diskothek. Auch im Arbeitsleben können diese auftreten. Nicht ausser Acht zu lassen ist, dass beim Musikhören über Kopfhörer Lautstärkepegel von bis zu 110 dB erreicht werden. Bereits dauerhafte Werte von 85 dB können das Gehör irreparabel schädigen, da dadurch die feinen Sinneshärchen im Ohr (Zilien) zerstört werden.
Langfristige gesundheitliche Folgen
Seit der Industrialisierung hat sich die Lärmbelastung vervielfacht. Heutzutage sind Feuerwehrsirenen 40 dB lauter als zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Ursächlich hierfür ist die Zunahme des allgemeinen Geräuschpegels.
Angesichts des Anstiegs ist es kein Wunder, dass Menschen, die Lärm ausgesetzt sind, teilweise an dramatischen gesundheitlichen Folgen leiden. Unzählige Personen erleiden Herzinfarkte, die durch lärmbedingten Bluthochdruck verursacht worden. Das Ohr ist nicht in der Lage abzuschalten. Selbst im Schlaf reagiert der Körper auf Signale von außen. Die Traumzeiten verkürzen sich, die Schlafqualität sinkt. Dies wiederum resultiert in einer Schwächung des Immunsystems, mangelnder Konzentrationsfähigkeit und schlechter psychischer sowie physischer Verfassung.
Auswirkungen auf die Tierwelt
Die durch den Menschen verursachte Geräuschkulisse beeinträchtigt das Kommunikationsverhalten zwischen Tieren, die Ortung von Beutetieren sowie die Paarung und die Aufzucht des Nachwuchses. Forscher beobachteten sogar, dass einige Tierarten auf dem Weg zu den Paarungsgebieten Lärmquellen bewusst aus dem Weg gehen. Es ist zu vermuten, dass hohe Geräuschpegel bestimmten Tierarten die Lebensgrundlage nehmen.
Schlussfolgerung
Als störend empfundener Schall hat vielfältige Auswirkungen auf Mensch und Tier. Die gesundheitlichen Folgen für den Menschen sind teils gravierend:
● Verlust der Hörfähigkeit
● Tinnitus
● Herzinfarkt
● gesteigerte Krankheitsanfälligkeit
● Bluthochdruck
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