Weltgesundheitstag. „Unser Planet, unsere Gesundheit“

Die Gesundheit unseres Planeten hat direkte Auswirkungen auf unsere eigene Die Gesundheit unseres Planeten hat direkte Auswirkungen auf unsere eigene

Am 7. April ist Weltgesundheitstag. Dieses Jahr rückt die Gesundheit unseres Planeten in den Fokus. Das Beispiel Bangladesch zeigt, wie eng unsere Gesundheit mit dem Zustand der Umwelt verknüpft ist.

 

Der Gesundheitszustand unseres Planeten hat einen entscheidenden Einfluss auf die menschliche Gesundheit. Deshalb hat die WHO entschieden, den diesjährige Weltgesundheitstag unter das Motto „Unser Planet, unsere Gesundheit“ zu stellen.

Macht uns unser Planet krank?

Der Gesundheitszustand unseres Planeten bereitet Sorgen. Das System Erde ist zurzeit einem hohen Druck ausgesetzt. Der ohnehin schon durch diverse „Krankheiten“ wie Verschmutzung von Luft, Wasser und Böden angeschlagene Planet muss mit dem Klimawandel nun auch noch einen Hitzeschock verdauen. Vielleicht könnte man die gehäuften Extremwetterbedingungen und Umweltkatastrophen, welche durch die Klimaänderung ausgelöst werden, mit Fiebersymptomen des menschlichen Körpers vergleichen. Leider machen sich diese Fiebersymptome oftmals in den Gebieten bemerkbar, in der die Umwelt bereits in einem schlechten Zustand und die wirtschaftliche Not am grössten ist.

Die Krankheiten unseres Planeten übertragen sich auf uns. Wenn wir an einer Stelle des Systems Erde leben, an dem die Krankheit spürbar ausgebrochen ist, werden wir mit einer relativ grossen Wahrscheinlichkeit ebenfalls krank. So atmen heute beispielsweise 99 % der Weltbevölkerung eine Schadstoffmenge ein, die sich schädlich auf die Gesundheit auswirken kann. Luftverschmutzung führt zu Lungenkrankheiten, Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs oder Schlaganfällen. Ca. 12% der jährlichen Todesfälle weltweit sind auf Luftverschmutzung zurückzuführen.

Klimafreundliche Länder baden die Konsequenzen aus

In manchen Gebieten auf unserem Planet sind die Auswirkungen des Klimawandels so einschneidend, dass die dort lebenden Menschen existentiell bedroht sind. Länder, die sehr kleine Mengen an Treibhausgasen emittieren, leiden häufig überproportional unter den Folgen des Klimawandels. In Bangladesch etwa sind die Folgen des Klimawandels besonders verheerend. Das südasiatische Land, welches 2020 auf Platz 133 des Wohlstandindexes lag, trägt geschätzt 0.27% der weltweiten CO2 Emissionen bei. Aufgrund der zahlreichen, grossen Flüsse und des flachen Reliefs des Landes haben die Menschen regelmässig mit starken Überschwemmungen zu kämpfen. Der Klimawandel setzt das Land nun zusätzlich unter Druck. In den letzten Jahren gelangte bei Überflutungen immer mehr Salz aus dem Meer in das Landesinnere, was zu unfruchtbaren Böden führt. Auch die Zunahme von Niederschlägen und Schmelzwasser im Sommer intensiviert die Überschwemmungen.

Diese schwierige Situation veranlasst immer mehr Menschen dazu, in die im Landesinneren gelegene Hauptstadt Dhaka zu flüchten. Die Bevölkerung ist von 6.5 Millionen Einwohner im Jahr 1990 auf 19.5 Millionen Einwohner im Jahr 2021 gewachsen. Für 2050 wird eine Einwohnerzahl von 36 bis 44 Millionen prognostiziert. Schon heute sehen sich riesige Ströme von Menschen dazu gezwungen, das Land illegal zu verlassen.

Umweltschäden wirken sich auf die Gesundheit aus

Die Folgen des Klimawandels in Bangladesch, schlagen sich auf die physische und psychische Gesundheit der Bevölkerung aus. Durch Moskitos übertragene Krankheiten wie das Dengue-Fieber, Atemwegserkrankungen und diverse psychische Erkrankungen nehmen zu. Eine weit angelegte Studie mit 15‘000 Personen untersuchte die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wahrscheinlichkeit, an bestimmten Krankheiten zu erkranken. Diese Untersuchung kam zum Ergebnis, dass eine Erwärmung um 1°C die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung an einer Atemwegsinfektion um 5.7 Prozentpunkte steigen lässt. Über Wasser übertragene Krankheiten nahmen hingegen bei einem Temperaturanstieg von 1 C° um 4.2 Prozentpunkte ab. Besonders besorgniserregend ist die Förderung der Ausbreitung des Dengue-Fiebers in Dhaka. Dazu trägt nebst klimatischen Änderungen das Bevölkerungswachstum bei.

Das Beispiel macht deutlich, wie abhängig die menschliche Gesundheit vom Zustand unseres Planeten ist. Mit dem Einsatz für die Gesundheit der Erde setzen wir uns gleichzeitig auch für unsere eigene Gesundheit ein. 

Quellen und weitere Informationen:
WHO: Air pollution
Spektrum: Klimawandel. Der Fall Bangladesch
World Bank: Climate Change in Bangladesh: Impact on Infectious Diseases and Mental Health
ourwoldindata.org: Bangladesh. CO2 Country Profile

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