Nachhaltigkeit in der Hygienebranche: Warum Hersteller zunehmend umdenken

Immer mehr Hygieneprodukte gibt es auch aus nachhaltiger Produktion Immer mehr Hygieneprodukte gibt es auch aus nachhaltiger Produktion

Hygiene ist essentielle Gesundheitsvorsorge, und sie ist auch mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit möglich. Die Hygienebranche orientiert sich zunehmend um.

Ein Tempo-Taschentuch aus Bambusfasern? Toilettenpapier mit Strohanteil? Immer mehr nachhaltig produzierte, innovative Hygieneprodukte drängen auf den Markt. Das Thema Nachhaltigkeit ist in der Hygienebranche angekommen. Wieso ist Nachhaltigkeit gerade jetzt zu einem Top-Thema geworden und was bedeutet dies für die Zukunft?

Wieso ist Nachhaltigkeit inzwischen so wichtig?

Ökologische Nachhaltigkeit rückt immer mehr in den Fokus von Kund*innen und Produzent*innen. Der fortschreitende Klimawandel, die zunehmende Umweltverschmutzung und das Artensterben haben ein zunehmendes öffentliches Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit geschaffen. Dazu sorgt auch die mediale Berichterstattung über Wetterextreme, Waldbrände, Ernteausfälle durch Trockenheit und die Corona-Pandemie. Nur durch eine radikale Änderung unserer Lebensweise und Produktionsprozesse können wir die weitere Zerstörung von Ökosystemen und das rasante Fortschreiten der Klimaerwärmung aufhalten oder wenigstens verlangsamen.

Warum sollten die Hersteller*innen nachhaltiger produzieren?
Insbesondere junge Konsument*innen fragen nachhaltig produzierte Produkte nach und erhöhen so den Druck auf die Produktion. "Zero Waste" und "plastikfrei leben" zieht sich in vielerlei Variationen durch die Blogs und Social-Media-Beiträge der jungen Generation. Mehr nachhaltiges Handeln fordert auch die Fridays-for-Future-Bewegung. In allen Branchen ist in den letzten Jahren ein Trend zu nachhaltigeren Produkten und Produktionsweisen zu erkennen. Auch in der Hygienebranche haben viele Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt und erweitern ihre Produktpalette um nachhaltig produzierte Hygieneprodukte.

Welche nachhaltigen Hygieneprodukte gibt es bereits im Handel?

Recycling-Toilettenpapier kennen wir schon seit Jahrzehnten, allerdings sind die heutigen Produkte nicht vergleichbar mit den rauen Exemplaren der Vergangenheit. Renommierte Unternehmen und Start-ups haben weitere nachhaltige Hygieneprodukte auf den Markt gebracht.

●      Das nachhaltige Taschentuch "Tempo Bamboo Eco" besteht zu 25 Prozent aus Bambusfasern.

●      Biologisch abbaubare Holzzahnbürsten aus Bambus oder Buchenholz ersetzen herkömmliche Plastikzahnbürsten.

●      Nachhaltige Periodenunterwäsche ist waschbar und ersetzt herkömmliche Tampons und andere Einmalprodukte zur Monatshygiene.

●      Waschbare Abschminkpads sind umweltfreundlicher als die üblichen Einmalprodukte.

●      Toilettenpapier und Papierhandtücher aus Recyclingmaterialien wie von CWS schonen Ressourcen.

●      Festes Shampoo oder Haarseife: In Recyclingpaper verpackt spart es die übliche Plastikverpackung.

Was bedeutet die Nachhaltigkeitsdebatte für die Zukunft?

Bereits Anfang der 70er Jahre warnte der Club of Rome in seinem Bericht "Die Grenzen des Wachstums" vor einem nur auf Wachstum ausgelegten Wirtschaften. Der Report prognostizierte, dass in spätestens 100 Jahren die Grenzen des Wachstums auf der Erde erreicht sein werden, wenn so weiter gewirtschaftet werde wie bisher. Noch gehen die Ressourcen nicht zur Neige, jedoch ist abzusehen, dass ein Prinzip des "Weiter so" nicht funktionieren wird.

Die Nachhaltigkeitsdebatte hat sich zu einem zentralen Treiber für Unternehmen entwickelt. Hersteller können das Thema Nachhaltigkeit in Zukunft nicht mehr ignorieren. Ganz im Gegenteil. Nachhaltigkeit muss ins Zentrum von Unternehmensstrategien gerückt werden. Mit Greenwashing alleine wird das nicht gelingen. Es genügt also nicht, ein paar scheinbar nachhaltige Vorzeigeprodukte im Programm zu haben, die jedoch nicht ressourcenschonend hergestellt wurden.

Für bestimmte (große) Unternehmen gilt in der EU ab 2024 eine Berichtspflicht hinsichtlich der Nachhaltigkeit. So müssen Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten und einem definierten Umsatz über Auswirkungen auf die Umwelt, die Menschenrechte und die Sozialstandards berichten. Dem Greenwashing soll damit Einhalt geboten werden.

Jedes Unternehmen sollte sich zudem mit den von den Vereinten Nationen ausgearbeiteten Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) befassen und für das eigene Wirtschaften und Arbeiten entsprechende Ziele aufstellen.

 

 

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