Ratgeber: Der Naturgarten im Juli

Im Naturgarten lässt sich allerlei Getier beobachten Im Naturgarten lässt sich allerlei Getier beobachten

Der Sommer ist in vollem Gange, das Leben in unserem Naturgarten läuft auf Hochtouren. Damit auch wir uns in unserem Naturgarten wohlfühlen und das sich tummelnde Leben beobachten können, benötigen wir jetzt einen kühlen Schattenplatz. Mit diesem versorgen uns eine Vielzahl von Gehölzen, die sowohl uns wie auch unsere tierischen Gartenbewohner erfreuen.

 Die Sommerhitze ist angekommen. Um am Nachmittag in unserem Naturgarten zu verweilen ist es jetzt zu heiss…Es sei denn natürlich, wir haben einen kühlen Schattenplatz in unserem Garten.

Ökologischer Schatten

Am effektivsten hilft gegen die Hitze ein grosser Baum. Die meisten von uns haben jedoch wohl nicht genügend Platz im Garten für eine majestätische Eiche oder einen üppigen Kirschbaum. Dann kann ein kleinerer Baum oder auch eine Laube oder Pergola Abhilfe schaffen. Wie wir zudem unseren tierischen Gartenbewohnern die Hitze erträglicher machen, haben wir letzten Monat erfahren.

Bei der Wahl der Schattenspender sollten wir immer deren ökologischen Wert berücksichtigen. Manche Pflanzen bilden ein eigenes Habitat und beherbergen dutzende, manchmal hunderte von Tierarten. Ein solches Mikrohabitat ist beispielsweise eine alte Eiche. Sie bietet Lebensraum für über 400 Schmetterlingsarten und viele weitere Insektenarten. Ihre Früchte, die Eichen, dienen Vögeln und Nagern als Winternahrung.
Manche Baumarten werden hingegen von praktisch keinen Tieren bewohnt. Vor allem exotische Bäume sind für unsere einheimische Fauna oftmals nicht sehr wertvoll. Der beliebte Ginkgo-Baum etwa beheimatet in unseren Breiten keine zehn Tierarten. Eine Übersicht über den ökologischen Wert verschiedener Stadtbäume ist hier (auf Seite 46) zu finden.

Wenn unser Garten klein bis mittelgross ist und daher nicht genügend Platz für grosswüchsige Bäume bietet, kommen kleinere Bäume oder Sträucher in Frage. Besonders beliebte Gartenbäume sind kugelförmige Bäume wie Kugelahorn, Kugelrobinie oder Kugeltrompetenbaum. Die letzten beiden sind allerdings ökologisch nicht sehr wertvoll. Anders sieht es bei der Kugel-Winterlinde und beim Kugelahorn aus. Die Winterlinde gilt nach der Eiche als zweitwertvollste Baumart. Der Kugelahorn bietet zwar nicht ganz so vielen Tieren Nahrung und Lebensraum wie die Eiche, ist aber dennoch für eine Vielzahl an Insekten von hohem Wert. An seinen Blüten finden Insekten bereits sehr früh im Jahr Nektar, wenn dieser in der Umgebung erst sehr spärlich vorhanden ist. Auch Vögel mögen den Kugelahorn, denn das dichte Blätterdach eignet sich oftmals als Nistplatz. Besonders beliebt bei Vögeln sind Weissdorn, Wachholder, Vogelbeere oder der schwarze Holunder. Die Früchte des Weissdorns dienen ca. 30 Vogelarten, der Wachholder etwa 40 Vogelarten und die Vogelbeere und der Schwarze Holunder gar rund 60 Vogelarten als Nahrung. Von den Holunderbeeren können auch wir Gebrauch machen. Sie lassen sich prima zu Konfitüre und Sirup verarbeiten. Nur roh dürfen sie nicht gegessen werden, sie müssen bei der Verarbeitung erhitzt werden.

Doch nicht nur Bäume dienen sowohl als Schattenspender wie auch als Nahrungsquelle. Viele Kletterpflanzen erfüllen die gleichen Aufgaben. Allerlei Insekten mögen die farbigen Blüten von Clematis, Blauregen und Co. Die eben erwähnten Kletterpflanzen gehören zu den Lieblingskletterpflanzen der Bienen. Besonders wertvoll ist etwa die Sorte Clematis viticella, da sie auch im Herbst noch Pollen und Nektar liefert. Über einer Laube oder an einer Pergola spendet sie uns wertvollen Schatten.

Das gibt es im Juli zu tun

Arbeiten fallen in unserem pflegeleichten Naturgarten auch im Juli nicht sehr viele an. Kurz bevor unsere Wiesenpflanzen verblüht sind, mähen wir die Naturwiese mit der Sense. Dadurch spriessen viele Pflanzen später im Jahr nochmals. Um uns den Zugang zu unseren Pflanzen frei zu halten, mähen wir die Wiesenwege während der ganzen Wachstumsperiode so oft wie nötig (ebenfalls mit der Sense). Auch in den Stauden und an den Säumen schneiden wir verblühte Pflanzen, die nochmals gedeihen, zurück. Eventuell jäten wir im Juli einzelne Kräuter, um den Bewuchs entsprechend unseren Präferenzen zu lenken – das ist im Naturgarten erlaubt, denn auch ein Naturgarten muss nicht „verwildern“. Mit dynamischen Verwandlungen und Überraschungen wird er uns dennoch noch erfreuen.

Durch den überschaubaren Aufwand sollte uns auch genügend Zeit bleiben, um den Naturgarten von unserem Schattenplätzchen aus zu geniessen und die Schmetterlinge, Eidechsen und vielen anderen Tiere zu beobachten, die unser Garten zu ihrem Zuhause gemacht haben.

 

Quellen und weitere Informationen:
Eichen - Krone der Artenvielfalt
mein Schöner Garten: Bäume für kleine Gärten
freudengarten: Die 10 besten bienenfreundlichen Kletterpflanzen
shz: Nabu: Statt Ginkgos lieber Winterlinden
NABU Leipzig: Bäume und Sträucher in der Stadt
naturimgarten.ch: Naturgartenpflege im Juli

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