Der Naturgarten im August

Im August gibt es wieder mehr zu tun im Garten… Das muss nicht unbedingt der Fall sein, denn der aufwendige Rückschnitt von Samenständen ist oftmals gar nicht notwendig. Verblühte Samenstände bieten auch später im Jahr wertvolle Nahrung für Tiere.

Der August ist da, die Tage werden langsam wieder kürzer. Trotzdem tummelt sich immer noch viel Leben in unserem Naturgarten. Besonders die Stauden ziehen jetzt allerlei Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge an. Während viele Blumen auf unserer Naturwiese schon verblüht sind, erstrahlten die Stauden auch im August noch in farbiger Pracht. Diese sind jetzt besonders wichtig für Bestäuber wie Hummeln, Bienen oder Schmetterlinge.

Den Tieren zuliebe Samenstände stehen lassen

Auch bei den kleinwüchsigeren Wiesenblumen gibt es einige Vertreter, die erst jetzt oder noch ein zweites Mal blühen – Der Rückschnitt im Frühsommer hat sich gelohnt. Ab Ende August können wir allenfalls damit anfangen, die Stauden zurückzuschneiden. Der Tierwelt zuliebe sollten wir uns jedoch überlegen, ob ein Rückschnitt wirklich notwendig ist. Samenstände von Stauden und kleinwüchsigeren Wiesenpflanzen dienen Vögeln und Kleintieren im Winter als wertvolle Nahrungsquelle. Ein Rückschnitt der Samenstände ist sinnvoll, wenn wir damit die Ausbreitung von konkurrenzstarken Arten verhindern wollen, um die Artenvielfalt in unserem Garten zu erhalten. In diesem Fall greifen wir vor der Ausbildung der Samen zur Gartenschere.
Auf jeden Fall lassen wir unter den Stauden zumindest einige Pflanzenstängel stehen, denn diese bieten einen geeigneten Überwinterungsplatz für Insekten. Wenn wir zurückschneiden, sollten wir das Schnittgut 1 bis 2 Tage liegen lassen, damit sich Raupen und andere Insekten ein neues Zuhause suchen können. Alle Stauden aufs Mal zu schneiden, kann verheerend sein für Blütenbesucher: Stauden blühen im Vergleich zu kleinwüchsigeren Wiesenpflanzen länger und stellen zurzeit eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Bestäuber dar.

Stauden gegen das Hummelsterben

Besonders Hummeln sterben Ende Sommer häufig, weil geeignete Nektarquellen versiegen. Wenn die Linde verblüht -  der am spätesten blühende Baum – finden sie oftmals keine Nahrungsquellen mehr. Deshalb sind im Sommer immer wieder grosse Ansammlungen von toten Hummeln unter Lindenbäumen zu finden. Den Hummeln, aber auch anderen Insekten zuliebe, sollten die Pflanzen unseres Naturgartens deshalb ein durchgehendes Nahrungsangebot bereitstellen. Unter den Stauden sind etwa Katzenminze und Lavendel wichtige, spätblühende Nektarlieferanten.

Die Früchte unseres Naturgartens

Wenn wir in unserem Naturgarten Obstbäume oder Beerensträucher haben, sind jetzt möglicherweise die Früchte reif. Für viele Apfelsorten, aber auch der für Vögel äusserst wertvolle Holunder liegt der optimale Pflückzeitpunkt oftmals im August. Fallobst können wir auch gerne mal liegen lassen, denn dieses stellt ebenfalls eine sehr wertvolle Nahrungsquelle für Vögel dar. Dank der einfachen Pflege unsers Naturgartens bleibt uns jetzt auch noch Zeit, um bei einem Glas garteneigenen Holundersirups die Hummeln an unserer Lavendelstaude zu beobachten.

Quellen und weitere Informationen:
Naturschutz im August: So helfen Sie Tieren in Garten
Naturgartenpflege im August
NABU: Sommerliches Hummelsterben

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