Schulzimmer aus wiederverwertetem Plastik

Immer mehr Schüler lernen in Plastikschulzimmern Immer mehr Schüler lernen in Plastikschulzimmern

An der Elfenbeinküste entstehen Schulzimmer aus Plastikabfällen

 Wir sind umgeben von Plastik. Wir tragen es ständig mit uns rum, fast ausnahmslos alle Kleider enthalten Kunststoffe. Selbst in Alltagsgegenständen wie Sofakissen oder Bleistiften ist Plastik versteckt. Entsprechend viel davon landet im Abfall. Aus den meisten Ländern landet ein Teil des Abfalls schliesslich im Meer. Einer derzeitigen Schätzung zufolge gelangen weltweit um 4.8 bis 12.7 Millionen Tonnen pro Jahr oder eine Lastwagenladung pro Minute ins Meer. Der grösste Teil sinkt dort früher oder später in tiefere Gewässer oder an den Meeresgrund.

Innovative Plastikabfall-Verwertung…

Umso wichtiger sind Initiativen, welche die Plastikverschmutzung reduzieren. Besonders aus Entwicklungsländern gelangen mangels Infrastruktur grosse Mengen Abfall in die Ozeane. Das kolumbianische Unternehmen Conceptos Plásticos setzt sich deshalb gegen die Plastikverschmutzung ein. Dabei bekämpft es gleichzeitig die Armut. Das Unternehmen stellt Ziegel her, die zu 100% aus Plastik bestehen. Plastik stellt ein konkurrenzfähiges Baumaterial dar. Es isoliert sehr gut, bietet keine geeignete Bedingungen für Pilze oder Bakterien und ist feuerhemmend.

An der Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire) arbeitet Conceptos Plásticos mit dem Kinderhilfswerk Unicef zusammen. Im westafrikanischen Land herrscht ein massives Abfallproblem: Nur gerade 5 Prozent des Kunststoffs wird rezykliert. Die Personen – vorwiegend Frauen – welche den Abfall einsammeln und dem Recycling übergeben, verdienen weniger als einen Dollar am Tag. Das restliche Plastik liegt auf Deponien oder Müllhalden herum oder gelangt in Boden, Luft und Gewässer. Das stellt ein massives Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung, vor allem für Kinder, dar. Ihre Organe können durch die Schadstoffe besonders stark geschädigt werden.

…bahnt den Weg zu mehr Schulbildung

Viele Kinder an der Côte d’Ivoire haben ausserdem keinen Zugang zu Schulbildung. 42 Prozent der Jugendlichen können nicht lesen und schreiben. Eine Ursache ist der Mangel an Schulgebäuden. Das sogenannte Bricks & Blocks System von Conceptos Plásticos geht die Abfallproblematik und den Schulzimmermangel gleichzeitig an. Durch die Wiederverwendung des Plastiks als Baumaterial für Schulzimmer landet weniger Abfall auf Deponien. So verringern sich die Umweltbelastung und die schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit. Ausserdem erhalten die Frauen, die den Plastikmüll einsammeln, neu 80-90 % des Marktpreises der rezyklierten Produkte.

Das Beispiel der Côte d’Ivoire zeigt, dass Plastik auf äusserst sinnvolle Art und Weise wiederverwendet werden kann. Innovative Projekte dieser Art leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Plastikmülls in den Ozeanen. Das Unternehmen Conceptos Plásticos konnte weltweit schon 3‘000 Tonnen Plastik rezyklieren; ein Grossteil wäre im Meer gelandet. Insgesamt bauten sie bislang über 350 Klassenzimmer und mehr als 100 Wohnhäuser.

 

Quellen und weitere Informationen:
Unicef: Aus Plastikmüll werden Schulzimmer
Conceptos Plasticos
WWF: Plastikmüll im Meer - die wichtigsten Antworten

 

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