Sie kommen und gehen: Die Zugvögel

25 Millionen Zugvögel fallen jährlich illegaler Wilderei zum Opfer. 25 Millionen Zugvögel fallen jährlich illegaler Wilderei zum Opfer.

Heidelerchen, Ringeltauben, Stare, Bussarde oder Störche. Sie alle begeben sich während dieser Jahreszeit auf ihre Reise Richtung Süden.

An diesem Wochenende fand der 28. internationale Zugvogeltag EuroBirdwatch von BirdLife statt. Rund 28'000 Interessierte beobachteten an diesem Wochenende in 41 verschiedenen Ländern die Zugvögel, welche sonst unbemerkt über unseren Köpfen dahinfliegen. Über 7 Millionen Vögel konnten weltweit gezählt werden.

Zugvögel über der Schweiz

In der Schweiz besuchten rund 3'500 Menschen die 53 Beobachtungsstände von BirdLife auf Pässen, an Seen oder anderen günstig gelegenen Orten. Knapp 167'000 durchziehende und rastende Vögel konnten dabei gezählt werden:

Stare: Besonders faszinierend zu beobachten sind jedes Jahr wieder die Stare. Die Schwarmbildung dieser Vögel ist ein einzigartiges Naturschauspiel. Bereits früh im Sommer bilden sich direkt nach der Brutzeit kleine Gruppen aus Jungvögeln und unverpaarten Staren. Je kälter es wird, desto grösser werden die Schwärme. Anfang Oktober – kurz vor dem Abflug nach Süd- und Westeuropa – können die Stare kurz vor Sonnenuntergang zu tausenden beobachtet werden. Beim Angriff von Greifvögeln können sich die Schwärme schnell zu Bändern oder kugelförmigen Haufen formen, die sich koordiniert bewegen.

 

Ringeltaube: Die Ringeltaube fühlt sich an nahezu jedem Standort wohl und bewohnt in der Schweiz nebst Wäldern und Gärten auch immer öfters die Dörfer und Städte. Um die 90'000 Tauben konnten am letzten Wochenende in der Schweiz gezählt werden. Jedoch wandern immer weniger Ringeltauben nach Westeuropa oder in den Mittelmeerraum. In Folge der wärmeren Temperaturen bleiben die grauen Vögel immer öfters auch im Winter in der Schweiz - vor allem im Mittelland – und lassen ihre Balzrufe bereits um die Weihnachtszeit erklingen. Durch die längere Brutsaison verdoppelte sich der Brutbestand der Ringeltaube in den letzten 20 Jahren.

 

 

Buchfink: Der Buchfink ist der häufigste Brutvogel in der Schweiz und kommt nahezu überall vor, wo es Bäume gibt. Sein Gesang mit dem trillernden Endschnörkel kann sowohl im Wald als auch in Siedlungen und Parkanlagen häufig gehört werden.
Rund 30'000 Buchfinke wurden an diesem Wochenende gezählt. Während die meisten Männchen das ganze Jahr über bei uns verbringen, zieht es die Weibchen im Winter in den Mittelmeerraum. 

 

 

Rauchschwalbe: Rauchschwalben mit ihren langen Schwanzspiessen können in den warmen Monaten vor allem im Mittelland auf freien Warten, wie beispielsweise Telefonleitungen, beobachtet werden. Durch Veränderungen in der Landwirtschaft verliert die Schwalbe zunehmend ihre Nistplätze, was zu einer Abnahme ihrer Bestände führt. Trotzdem konnten an diesem Wochenende beinahe 6'000 Individuen auf ihrem Weg nach West- und Zentralafrika beobachtet werden.

 

 

Während auf Grund der örtlich starken Föhnwinde am vergangenen Wochenende noch verschiedene Vögel auf besseres Zugwetter warteten, konnten dazu auch noch seltenere Gäste wie Fischadler, Kiebitzregenpfeifer, Rotkehlpieper und Beutelmeisen erspäht werden.

Nebst der Faszination für den Vogelzug ist es das Ziel von BirdLife‘s internationalem Vogelzugtag, das Bewusstsein für die Gefahren zu stärken, denen die Vögel auf ihrer Reise in den Süden begegnen. So werden jährlich rund 25 Millionen Zugvögel illegal getötet und immer mehr ihrer Lebens- und Ruheräume zerstört. Die Trockenlegung von Feuchtgebieten, das Errichten von Stromleitungen sowie starke Nachtbeleuchtungen erschweren den Vögeln den Weg in ihre Winterquartiere. 

 

Quellen und weitere Informationen:
BirdLife: EuroBirdwatch: Millionen von Zugvögeln beobachtet 

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