Schildkröten: Geliebt und bedroht

Schildkröten sind wohl die beliebtesten Reptilien. Trotzdem gehören sie zu den bedrohtesten Tiergruppen weltweit. Schildkröten sind wohl die beliebtesten Reptilien. Trotzdem gehören sie zu den bedrohtesten Tiergruppen weltweit.

Wenn sie nicht so herzig aussehen würden, verschwänden viele Schildkrötenarten wohl in den nächsten Jahrzehnten von unserem Planeten. Heute am Weltschildkrötentag wollen wir auf die prekäre Lage der beliebten Reptilien aufmerksam machen. Anlässlich des gestrigen Tag der Artenvielfalt wollen wir zudem aufzeigen, dass Artenschutzprogramme nur selten auf  Tiere mit geringem Beliebtheitsgrad abzielen.

Wenn wir jemanden nach dem Lieblingstier fragen, wird unser Gegenüber mit relativ grosser Wahrscheinlichkeit nicht das Krokodil oder den Komodowaran nennen. Nur wenige können ihr Herz für die Kaltblüter mit den starren Augen erwärmen. Darum zielen auch viel weniger Artenschutzprogramme auf Vertreter der Reptilien ab als auf Säugetiere oder Vögel. Das, obwohl jedes fünfte Reptil vom Aussterben bedroht ist. Diese Zahl wurde kürzlich in einer Studie veröffentlicht, welche das weltweite Reptilienvorkommen untersuchte. Der Bedrohungsgrad der Reptilien wurde bis dahin nicht umfassend erforscht, während entsprechende Studien für Säugetiere, Vögel und Amphibien schon seit über zehn Jahre vorhanden sind. Das alleine zeigt schon, dass Reptilien beim Artenschutz oftmals das Nachsehen haben. Am stärksten gefährdet unter den Reptilien sind Krokodile: 57.9% aller Krokodilarten sind vom Aussterben bedroht.

Kaltblütige Krokodile?

Bei genauerem Hinsehen entdecken wir, dass sich hinter so manchem gefühlskalt anmutenden Reptil eine fürsorgliche Mutter verbirgt. Krokodile verbringen viel Zeit mit dem Aufziehen ihrer Jungen und verteidigen sie energisch gegen drohende Gefahr. Bei den in Mittel- und Südamerika vorkommenden Krokodilkaimanen geht die Fürsorge gar so weit, dass Kaimanweibchen die Jungen anderer Mütter beschützen.

Mehr als die Hälfte aller Schildkrötenarten bedroht

Beliebtere Reptilien als Krokodile oder Schlangen sind die Schildkröten. Die gutmütig wirkenden Tiere sind den meisten Menschen sympathisch – und das schon seit der Kindheit. Erstaunen sollte uns das nicht, kommen die exotischen Tiere mit den grossen Augen doch in unzähligen Kinderbücher- und Illustrationen vor.
Obwohl sich unzählige Schutzprogramme für das Überleben der Sympathieträger einsetzen, ist heute mehr als die Hälfte aller Schildkröten vom Aussterben bedroht. Das liegt vor allem an den anthropogenen Einflüssen, auf welche sie besonders sensibel reagieren. Aufgrund ihres gemächlichen Tempos werden sie häufig Opfer von Autokollisionen, aber auch von invasiven Arten. So stellt zurzeit in Australien der Europäische Rotfuchs eine massive Gefährdung für zahlreiche Schildkrötenarten dar. Auch der Mensch macht Jagd auf Schildkröten, denn sie werden in vielen Teilen der Welt beispielsweise für Heilmittel getötet. Aus diesem Grund sind asiatische Süsswasserschildkröten heute stark bedroht. Laut einem WWF Report aus dem Jahr 2006 werden jährlich mindestens 10 bis 20 Millionen Schildkröten nach Ostasien transportiert, wobei viele dieser Tiere bereits den Transport nicht überleben. Ohne gezielten Artenschutz würden viele Schildkrötenarten, Krokodilarten und zahlreiche weitere Reptilien für immer von unserem Planeten verschwinden.

Quellen und weitere Informationen:
WWF Report: Asiatische Süsswasserschildkröten
A global reptile assessment highlights shared conservation needs of tetrapods
Jedes fünfte Reptil ist vom Aussterben bedroht
Extinction Threatens More than Half of the World’s Turtles and Tortoises

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