Die Weite des Ozeans trügt

Bis zum Horizont… Und doch endlich. Bis zum Horizont… Und doch endlich.

Heute ist Welttag der Ozeane. Das endlos wirkende Ökosystem bietet keine unerschöpflichen Ressourcen.

 

Das Meer: Ein Sehnsuchtsbild von Friede und Freiheit. Leider ist der für die meisten so positiv besetzte Lebensraum zunehmend bedroht. Die Bewohner der Weltmeere sind diversen durch den Menschen verursachten Stressfaktoren ausgesetzt. Die Freiheit in den endlosen Weiten des Ozeans ist trügerisch: Der Lebensraum vieler Arten schwindet dahin, so dass nicht mehr viel Platz zum Leben übrig bleibt. Dabei kann es sich etwa um ein sterbendes Korallenriff handeln oder eine Meeresküste, die immer mehr verbaut wird. Verbaute Küsten sind ein Problem für Tiere, die auf ungestörte Küstengebiete angewiesen sind. So etwa für die Meeresschildkröte, die ihre Eier am Strand ablegt. Auf die menschliche Lebenswelt übertragen könnte man den Verlust eines solchen, besonders wertvollen Meereshabitats mit einer immer kleiner werdenden Oase inmitten einer riesigen Wüste vergleichen.

Delfine und Meeresschildkröten in Fischernetzen gefangen

Viele Meerestiere landen in Netzen: Nicht nur Fische verheddern sich in ihren Maschen, sondern auch Meeresschildkröten oder Delfine. Dies liegt überwiegend an umweltschädlichen, grobschlächtigen Fangmethoden und dann zusätzlich noch daran, dass unzählige losgerissene „Geisternetze“ im Meer treiben und die sich darin verfangenden Tiere qualvoll verenden lassen. Ähnlich „beiläufig“ sterben nach Angaben der Internationalen Walfangkommission jährlich rund 300‘000 Delfine, Schweinswale und Wale als unbeabsichtigter Beifang. Das Problem erstreckt sich indessen keineswegs nur auf die Meeressäuger: Dasselbe Schicksal erleiden unzählige Haie, Meeresschildkröten und grosse Meeresvögel wie die Albatrosse.

Fischleeres Mittelmeer

Auch die beabsichtigten Fänge sind eine schwere Belastung für das Ökosystem Meer. Die Ozeane sind heute stark überfischt. Mehr Fische werden gefangen, als wieder geboren werden und aufwachsen können – und das seit Jahren. Deshalb nimmt der Fischbestand laufend ab. Heute sind rund 96% der Fischbestände im Mittelmeer überfischt, während es in den 1970er-Jahren noch 10% waren. Weltweit haben sich die Fischbestände zwischen 1975 und 2015 mehr als halbiert. Das hat Konsequenzen für das gesamte Ökosystem Meer und bedroht die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen.
Indem wir beim Kauf von Fisch auf die Nachhaltigkeit achten, helfen wir Meerestieren wie Delfinen oder Walen dabei, dem Tod in Fischernetzen zu entkommen und in einem Ökosystem mit einem ausreichenden Futterangebot zu leben. Grundlegender gilt es derweil, dem Fischfang im globalen Gemeingut der Meere verbindlichere Schranken zu setzen.

 

Quellen und weitere Informationen:
fishforward.eu: Überfischung - Eine Tatsache in Zahlen
WWF: Living Planet Report
Gefahren für Delfine
Hai Stiftung: Beifang und Geisternetze

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