Die „Ocean Emergency“ muss gemeinsam bewältigt werden

Der Anstieg des Meeresspiegels bedroht Küsten weltweit. Durch das Pflanzen von Mangroven wird der Erosion vorgebeugt. Der Anstieg des Meeresspiegels bedroht Küsten weltweit. Durch das Pflanzen von Mangroven wird der Erosion vorgebeugt.

Am 1. Juli ging die Weltozeankonferenz in Lissabon zu Ende. Über 150 Staaten versprachen, Massnahmen zum Schutze der Meere umzusetzen.

Vom 27. Juni bis 1. Juli 2022 fand die zweite UNO-Weltozeankonferenz in Lissabon statt. Die teilnehmenden Staaten waren sich einig, dass dringend Massnahmen zum Schutze der Meere getroffen werden müssten. Die Verschmutzung und Versauerung der Ozeane sowie der Meeresspiegelanstieg und der Verlust von Lebensräumen stellten eine grosse Bedrohung für das grösste Biodiversitätsreservoir der Erde dar.

Unseren Meeren fehlen die Investoren

Der Meeresschutz ist nicht auf Zielgerade. Alle vier Ziele, die nach dem UNO-Nachhaltigkeitsziel Nummer 14: „Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen“ bis 2020 erreicht werden sollten, wurden bis heute noch nicht erreicht. UNO-Generalsekretär António Guterres betonte an der Eröffnung der Konferenz die Dringlichkeit der Rettung der Meere. Er rief die Staatengemeinschaft dazu auf, sich zusammenzuschliessen, um die „Ocean Emergency“ gemeinsam zu bewältigen. Von allen 17 UNO-Nachhaltigkeitszielen sei am wenigsten finanzielle Unterstützung in die Erreichung von Ziel 14 geflossen. Die Vernachlässigung habe Effekte auf die Erreichung der gesamten Agenda 2030 der UNO.
Die Notlage der Meere hat in der Tat Folgen, die weit mehr als nur direkt das Ökosystem Meer betreffen:

„Durch nachhaltiges Management der Ozeane könnten diese 6 mal mehr Nahrung und 40 mal die Menge erneuerbare Energie produzieren, die sie im Moment liefern“
António Guterres, UN Generalsekretär

Momentane Bestrebungen reichen nicht aus

Ein handfestes Abkommen kam an der diesjährigen Ozeankonferenz keines zu Stande. Die „Erklärung von Lissabon“, welcher sämtliche teilnehmenden Staaten zugestimmt haben, ist vage gehalten. Die Staatengemeinschaft drückt darin ihre Besorgnis über den Zustand der Weltmeere und ihre Unterstützung einer Vielzahl an Massnahmen aus, die den Ozeanschutz ausbauen sollen. Jene Massnahmen, welche die Staaten effektiv umzusetzen versprechen, sind anschliessend nicht sehr konkret formuliert und lassen grosse Handlungsspielräume.
Unabhängig von dieser Erklärung haben sich über 150 Staaten zu freiwilligen Massnahmen zum Schutze der Ozeane bekannt. Dadurch wurde ein wichtiges Zeichen gesetzt. Ob die Versprechen eingehalten werden, bleibt abzuwarten.

„Bis zur nächsten Weltozeankonferenz 2025 müssen handfeste Erfolge für den internationalen Meeresschutz erzielt sein.“

Deutsche Umweltbundesministerin Steffi Lemke

Angesichts des prekären Zustands unserer Weltmeere sind jetzt deutlichere Schritte gefragt. Ein Meilenstein wäre die Unterschutzstellung von 30 % der Ozeanfläche bis 2030. Ein entsprechendes Abkommen könnte noch in diesem Jahr zustande kommen. Letzte Woche forderten die G7 dazu auf, dieses Ziel im Dezember an der Weltnaturschutzkonferenz (COP15) in Montréal festzuschreiben. Ob sich die Staatengemeinschaft dazu durchringen wird, bleibt abzuwarten. Notwendig wäre es, denn nur durch eine transnationale Umsetzung des Meeresschutzes können unsere Ozeane effektiv geschützt werden.

 

Quellen und weitere Informationen:

UN Ocean Conference
UN Ocean Conference ends with call for greater global commitment to address dire state of the ocean
UNO: Erklärung von Lissabon
Die Bundesregierung: Weltozeankonferenz

 

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