Welttourismustag: Wird der Schweizer Tourismus nachhaltig?

Feriengäste verbinden Nachhaltigkeit mit Qualität Feriengäste verbinden Nachhaltigkeit mit Qualität

Gestern war Welttourismustag. Die Schweizer Tourismusbranche ist momentan sehr darum bemüht, die Nachhaltigkeit in ihrer Branche voranzutreiben. Ob diese Bestrebungen eine grossflächige Veränderung bewirken werden oder es sich doch eher um einen leeren Wunsch handelt, hängt auch von den Reisenden ab.

Der Wirtschaftszweig Tourismus wird oftmals mit negativen Umwelteinwirkungen in Verbindung gebracht. Tatsächlich schädigen viele Formen des Tourismus die Umwelt vor Ort und auch global.

Ein gewisser Ausstoss an Treibhausgasen belastet alle Formen des Tourismus. Es bestehen aber riesige Unterschiede innerhalb der grossen Bandbreite verschiedener Tourismusformen. Diese reichen von den Wanderferien in einem ressourcenschonenden Schweizer Familienhotel bis hin zu den verschwenderischen Luxusdampfer-Ferien in der Karibik.

Die Frage, wie die Schweizer Tourismusbranche nachhaltiger werden könnte, beschäftigt die Schweizer Touristikerinnen zurzeit intensiv. Nicht zuletzt, weil Nachhaltigkeit den Gästen zunehmend ein Anliegen ist und sie beschäftigt. In einer Umfrage der Plattform booking.com wünschten sich 69% der Befragten nachhaltigere Reiseangebote.

Die vorläufigen Antworten zielen unter anderem dahin, bei den Touristen das Verständnis zu stärken, dass es beim Reisen nicht darum geht, möglichst viel zu konsumieren, sondern ein möglichst authentisches Natur- und Kulturerlebnis zu geniessen. Nachhaltigkeit soll mit Qualität in Verbindung gebracht werden. Wie eine Studie von Schweiz Tourismus zeigt, werden diese zwei Werte bereits heute miteinander verbunden. Zudem gaben die Befragten an, bereit zu sein, für nachhaltige Angebote mehr zu zahlen. Die weitere Förderung dieser Wertevorstellung könnte also einer der Schlüssel zum Tor sein, das in eine nachhaltigere Tourismuswelt führt. Im gleichen Sinne geht es auch darum, dass man die Gäste gezielt für den einzigartigen Naturwert der Schweizer Landschaften und deren Verletzlichkeit gegenüber Umwelteinwirkungen sensibilisiert. Dies wird verschiedentlich ausgebaut, etwa über Beschilderungen in den Tourismushotspots. Auch Informationen über den Wert und die Gefährdung der Landschaft in den Hotels würde Chancen eröffnen.

Daneben gilt es auch, die Nachhaltigkeit in den einzelnen Tourismusbetrieben zu adressieren. Das Label  „Swisstainable“ von Schweiz Tourismus belohnt die ressourcenschonende Bewirtschaftung bereits heute. Das Label zeichnet drei verschiedene Nachhaltigkeitslevels aus. Abhängig von den Umweltstandards, zu denen sich die Unternehmen verpflichten, wird Level 1 (Commited), 2 (Engaged) 3 (Leading) vergeben. Damit sollen kontinuierliche Anstrengungen in Richtung einer nachhaltigen Betriebsführung gefördert werden.

Im Diskurs um Nachhaltigkeit im Tourismus darf nicht vergessen werden, dass es sich bei der Tourismusbranche um einen Wirtschaftssektor handelt, der letztendlich von Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Weitaus die grösste Stimme haben die Gäste: Die entscheidende Frage ist deshalb, wie viel diese bereit sind, für die Nachhaltigkeit zu bezahlen und was ihnen diese Qualität letztlich Wert ist.

Quellen und weitere Informationen:
Schweizer Reise-Verband: Welttourismustag
booking.com: Mehr Nachhaltigkeit und verantwortungsvolle Reisen


 

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